Schulung zur Nottötung von unheilbar kranken Tieren

 

Aufgrund der sehr positiven Resonanz aus dem letzten Jahr hat die EZG auch in 2019 ein Schulungsangebot zur Nottötung von unheilbar kranken Tieren organisiert, die bei den Mitgliedern der Erzeugergemeinschaft erneut auf breites Interesse gestoßen ist. Im Rahmen von drei festgelegten Terminen informierte Frau Dr. Carolin Holling vom Schweinegesundheitsdienst Niedersachsen über die rechtlichen Grundlagen, verschiedene Methoden und praktische Durchführungshinweise zur Nottötung von Tieren. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand dabei die Anwendung einer Elektrozange zur Betäubung und Tötung von Schweinen.

 

Der große Vorteil der Elektrozange ist der nicht mehr notwendige Kehlschnitt zur Entblutung der Tiere, der zahlreichen Tierhaltern schwerfällt. Des Weiteren kann der schwer praktikablen Auflage des Blutauffangens nach der Tötung umgangen werden. Zur Betäubung der Tiere muss die Zange beidseitig unterhalb des Ohrgrundes angesetzt werden, wodurch nach einem akustischen Signal (etwa 8 bis 10 Sekunden nach Ansetzen) mit einer erfolgreichen Gehirndurchströmung zu rechnen ist. Unmittelbar nach der Betäubung sollte die Tötung des Schweins vollzogen werden. Hierzu wird die Elektrozange unterhalb des Herzens (Mitte des Brustbeins) und auf der gegenüberliegenden Seite angesetzt. Nach dem erneuten Ertönen des Signals kann die Zange abgelegt werden.

 

Besondere Aufmerksamkeit richtete Frau Dr. Holling auf die Überprüfung der Todesanzeichen nach der Anwendung der verschiedenen Nottötungsmethoden. Neben dem dauerhaften Ausbleiben des Pulses und der Atembewegungen sollte sich auch die Skelettmuskulatur zeitnah entspannen. Weiterhin müssen die Pupillen des Tieres langfristig erweitert bleiben und der Lidreflex darf nicht mehr erfolgen. Nach etwa zehn Minuten sollten die erwähnten Kontrollmaßnahmen wiederholt werden.

 

Am Ende der Veranstaltung bedankte sich Carsten Revermann im Namen aller Teilnehmer bei Frau Dr. Holling für den kurzweiligen Vortrag und verwies auf die zunehmend hohe Bedeutung der sachgemäßen Nottötung von Tieren.