Pressemitteilung

EZG Hümmling gewinnt MRSA-Wette

 

 

Am 27. Mai 2015 haben im Rahmen der Generalversammlung der EZG Hümmling eG 355 Personen an einem freiwilligen MRSA Test teilgenommen. Grund der Untersuchung war eine vorausgegangene Wette zwischen dem Sprecher der Anwohnerinitiative Nordhümmling, Hermann-Josef Schomakers und dem Geschäftsführer der EZG, Bernd Terhalle. Bei einer Podiumsdiskussion behauptete Schomakers, die Stallanlagen in der Region würden die Menschen zu Krankenhauskeimträgern machen. Zur Widerlegung dieser Behauptung schlug der EZG Geschäftsführer den MRSA-Test im Rahmen einer Wette vor. Der Wetteinsatz beträgt 500 Euro.

 

Bei den Testpersonen handelte es sich um aktive Landwirte mit Tierhaltung, sowie um deren Familienangehörige und in der Landwirtschaft tätige Mitarbeiter. Gegenstand der Untersuchung war das Vorkommen von ha-MRSA-Stämmen (hospital-aquired) bei dieser Personengruppe.

 

Ausgewertet wurden die Proben in der Laborarztpraxis Osnabrück Dr. Enzenauer und Koll. Zwei Proben konnten dabei aufgrund fehlender Zuordnung nicht ausgewertet werden. Nach den jetzt vorliegenden Ergebnissen haben 60% der Testpersonen -211 Personen- überhaupt keine Besiedlung mit MRSA-Keimen.

Zwei Nasentupferproben weisen ein Resistenzmuster auf, das für ha-MRSA spricht. Somit kommt der ha-MRSA-Stamm in der Testgruppe in einer Häufigkeit von 0,56% vor. Zur Frage, wie häufig gesunde Menschen mit ha-MRSA besiedelt sind, liegen für Deutschland nur punktuelle Zahlen vor. Es ist jedoch davon auszugehen, dass etwa ein Prozent der Bevölkerung Träger von MRSA ist (Quelle RKI und mrsa-net).

Mit diesem Ergebnis ist die Wette gewonnen und die Verantwortlichen der EZG erwarten die Einlösung der Wettschuld für einen gemeinnützigen Verein.

 

Die Nasentupferproben wurden auch auf das Vorkommen von la-MRSA-Stämmen (livestock associated = tierassoziierten) untersucht. Hierbei wurde festgestellt, dass für 135 Landwirte ein Resistenzmuster auf das Vorkommen von la-MRSA vorgefunden wurde. Dies sind 38% aller untersuchten Personen. Bei den Testpersonen, die keine Landwirte sind, aber direkten Kontakt zur Landwirtschaft haben, wurden 5 Proben auf la-MRSA positiv ausgewertet. 30 Personen dieser Gruppe haben einen negativen Befund, sind also frei von jeglichen MRSA-Stämmen. In der Gruppe der Personen, ohne Landwirtschaft und ohne direkten Kontakt zur Landwirtschaft waren alle 15 Personen keine MRSA-Träger.

 

Das Ergebnis der Kontamination mit la-MRSA in Betrieben mit intensiver Tierhaltung war von den EZG Verantwortlichen auch annähernd so erwartet worden. Auch hierzu liegen keine allgemein gültigen Vergleichszahlen vor. Die Angaben schwanken zwischen 20 Prozent und bis zu 80 Prozent.

 

Dieser MRSA-Test soll nicht vorrangig der Einlösung einer Wettschuld dienen, sondern die EZG Hümmling will sich aktiv mit der MRSA-Problematik auseinandersetzen. Die gesamte Diskussion im Verlauf dieser Aktion hat deutlich aufgezeigt, wie hoch der Aufklärungsbedarf in der gesamten Bevölkerung noch ist.

Alle Testpersonen erhalten in der kommenden Woche ihr persönliches Testergebnis. Die EZG wird zeitnah ihre Landwirte zu einer Informationsveranstaltung einladen und damit ihren Beitrag zur Versachlichung der MRSA-Diskussion leisten.

 

Schmitz                                   Lüken                                                 Terhalle

(Vorstandsvorsitzender)            (Aufsichtsratsvorsitzender)                    (Geschäftsführer)

 

 

 

Berichte aus den Medien 

 

Krankenhauskeime: Landwirte nicht häufiger belastet (Ems-Zeitung)

 

Bauern aus Emsland Gewinnen Wette (Nordwest-Zeitung)

 

 

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